Marshmallow als Barriereschutz

Marshmallow als Barriereschutz

Ein Brennen nach Wasser, Spannungsgefühl trotz Creme, Rötungen, die bei jedem „zu viel“ sofort aufflammen: Wenn die Hautbarriere aus dem Takt gerät, fühlt sich Pflege schnell wie ein Risiko an. Genau hier taucht Eibisch (Marshmallow Root) als sanfter Helfer auf:

Was „Barriereschutz“ in der Praxis bedeutet

Barriereschutz ist nicht nur ein Buzzword. Gemeint ist die Unterstützung der äußersten Hautschicht (Stratum corneum), die aus Hornzellen und Lipiden aufgebaut ist. Diese Schicht entscheidet, wie gut Wasser in der Haut bleibt und wie wenig Reizstoffe, Mikroben oder Allergene eindringen.

Wenn diese Struktur gestört ist, steigt der transepidermale Wasserverlust (TEWL), die Haut trocknet schneller aus, wird reaktiver und entzündet sich leichter. In der Praxis sehen wir das bei sehr trockener Sensitiv-Haut, bei Neurodermitis, bei perioraler Dermatitis (POD) und auch bei Akne, wenn zu aggressiv gereinigt oder „überaktiv“ behandelt wurde.

Barriereschutz kann deshalb mehrere Dinge bedeuten: kurzfristig Reizreduzierung (weniger Brennen), mittelfristig bessere Hydration (weniger Spannungsgefühl) und langfristig Stabilisierung durch passende Lipide, Feuchthaltefaktoren und eine möglichst reizfreie Routine.

Eibisch als Barriereschutz - was in der Pflanze steckt

Wenn von „Eibisch“ die Rede ist, meint Kosmetik fast immer Eibischwurzel (Althaea officinalis Root). Entscheidend sind die sogenannten Schleimstoffe (Mucilages) - hochmolekulare Polysaccharide, die in Wasser quellen und eine gelartige Textur bilden.

Diese Schleimstoffe sind der Kern der Idee „Eibisch als Barriereschutz“: Sie können sich auf die Hautoberfläche legen und dort einen temporären, feuchtigkeitsbindenden Film bilden. Das ist kein okklusiver Panzer wie klassische Heavy-Occlusives, sondern eher ein „Cushion“: spürbar beruhigend, oft sofort.

Zusätzlich enthält Eibisch weitere Pflanzenbestandteile (z. B. Flavonoide, phenolische Komponenten), die in der Gesamtwirkung zu antioxidativen und beruhigenden Effekten beitragen können. Für sehr empfindliche Haut ist aber vor allem die schleimige, reizmildernde Komponente relevant.

So wirkt Eibisch auf gereizter Haut

Eibisch wirkt primär über Physik und Galenik, nicht über ein aggressives „Aktiv-Prinzip“. Das ist bei Barrierethemen oft ein Vorteil.

1) Sofort-Effekt: weniger Reibung, weniger Trigger

Der Schleimstofffilm reduziert die Reibung auf der Oberfläche. Das kann bei Haut, die schon beim Eincremen brennt, den Unterschied machen - weniger mechanischer Stress, weniger „Kontakt-Schmerz“.

2) Wasserbindung: Hydration wird stabiler

Polysaccharide können Wasser binden. Damit unterstützen sie die kurzfristige Hydration und können das Spannungsgefühl mindern - besonders in wässrigen Formulierungen wie Tonern, Seren oder Gelcremes.

3) „Puffer“ statt Reparatur

Wichtig: Eibisch repariert nicht automatisch die Lipidstruktur der Barriere. Der Effekt ist eher eine puffernde Schutzschicht, die die Haut beruhigt und ihr Zeit gibt, sich zu stabilisieren. Für echte Barriere-Reparatur braucht es meist zusätzlich passende Lipide (z. B. hautähnliche Fettsäuren) und eine insgesamt reizfreie Routine.

Für wen Eibisch besonders sinnvoll ist

Eibisch ist kein Allheilmittel, aber er passt in bestimmte Hautzustände erstaunlich gut.

Bei überpflegter, überpeelter oder „aus Versehen“ sensibilisierter Haut kann Eibisch helfen, die Akutphase zu beruhigen - vor allem, wenn alles andere brennt. Auch bei POD-ähnlichen Situationen kann eine minimalistische, reizreduzierte Pflege mit film-bildenden, nicht-scharfen Inhaltsstoffen als Übergang sinnvoll sein.

Bei Neurodermitis oder sehr trockener Haut ist Eibisch oft angenehm, reicht allein aber selten aus. Hier ist er eher ein Baustein: beruhigen ja, aber ohne ausreichende Okklusion und Lipidversorgung bleibt die Haut oft trotzdem „undicht“.

Bei unreiner Haut kann Eibisch ebenfalls funktionieren, weil er nicht automatisch fettig sein muss. Entscheidend ist die Formulierung: Ein leichter Eibisch-Extrakt in einem nicht-komedogenen Serum ist etwas völlig anderes als eine sehr schwere Creme, die zusätzlich reich an okklusiven Ölen ist.

Die Grenzen: wann Eibisch als Barriereschutz nicht reicht

Barriereschutz ist ein Spektrum. Eibisch sitzt eher auf der Seite „sanft, puffernd, hydratisierend“. Das hat Grenzen.

Wenn die Haut massiv schuppt, rissig ist oder stark nässt, braucht sie oft mehr als einen polysaccharidbasierten Film - nämlich eine Kombination aus Feuchthaltefaktoren plus Lipiden plus okklusivem Abschluss, um den TEWL wirklich zu senken.

Auch bei starker Entzündung (z. B. akuter Neurodermitis-Schub) ersetzt Eibisch keine medizinische Therapie. Er kann die Pflege angenehmer machen, aber nicht die Entzündung „wegpflegen“.

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